Von der „Burschenschaft“ zum Verein

Zu Beginn möchten wir erwähnen, dass uns leider keine aussagekräftigen Dokumente der circa ersten 80 Jahre der Burschenschaft vorliegen, welche die Entstehung und Entwicklung beschreiben könnten. Mit nachfolgender Ausnahme aus dem Jahr 1951/52 (Auszug aus dem „Zechbuch“, erster Eintrag 1932).

Von Zeitzeugen und alten Kassenbüchern ist bekannt, dass in Jesenwang schon immer die jungen Burschen die traditionellen Bräuche am Leben hielten. Zu diesen Bräuchen gehören allen voran das Maibaumaufstellen mit anschließendem Maitanz und die Organisation des alljährlichen Osterfeuers. Ebenso wurden diverse Tanzabende, sowie traditionelle Tänze wie der Erntedanktanz, Kathreintanz, Kirchweihtanz und Betteltänze abgehalten.

Auch die närrische Zeit kommt bei uns nicht zu kurz, früher noch mit Faschingszügen durch Jesenwang mit anschließendem Kehraus und heute mit der Teilnahme unserer selbstgebauten, themenbezogenen Faschingswägen an mehreren Umzügen in den Nachbarortschaften.

Am 2. August 1968 wurde bei einer außerordentlichen Versammlung im Gasthaus Walch ein erstes Rechnungsbuch begonnen, dem zugleich auch Schriftführereintragungen folgten. Ab diesem Zeitpunkt können wir auf aussagekräftige Aufzeichnungen verschiedenster Veranstaltungen und Aktivitäten der Burschen zurückgreifen.
Bereits seit dem Jahr 1965 findet alle zwei Jahre ein geselliger Burschenausflug mit diversen Zielen statt. Bis 1988 hat es gedauert dieses allseits beliebte Ereignis zum jährlichen Brauch werden zu lassen. Bis dato hat dieses Event Bestand und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Jung und Alt.

Als Highlight des Burschenjahres galt ab dem Jahr 1978 das Grillfest bei Bergkirchen, welches sich rasch bei den Jesenwangern und den Pfaffenhofenern etablierte. Das Fest wurde 1990 bei Otto Wörle im „Schotenstadl“ und letztmals 1991 beim „Schorsch“ Widmann im Hof ausgetragen.

Im September 1989 stellten die Jesenwanger Burschen ihr Organisationstalent unter Beweis, indem sie die landwirtschaftliche Halle der Familie Sedlmeier zum Festsaal umfunktionierten. Sie feierten ein Herbstfest mit dem Original Alpenland Quintett, zu dem rund 1.000 Besucher aus Nah und Fern kamen. Ein Jahr später wurde die erste Burschengarage hinter dem Gemeinschaftshaus errichtet, welche für die Unterbringung sämtlicher in den Jahren gesammelter Utensilien nötig war.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Geschichte war 1993 die Benennung von 4 Beisitzern sowie die des Zeugwartes zur Entlastung der Vorstandschaft. Im September 1993 wurde in einer Ausschusssitzung das erste mal das Thema Burschenschaft/Burschenverein diskutiert. Ein halbes Jahr später traf sich die komplette damalige Vorstandschaft mit Herrn Franz Hutter, um die Vor- und Nachteile eines Vereins zu erläutern. Bei einem darauffolgenden Stammtisch wurde eindeutig für die Gründung eines eingetragenen Vereins gestimmt. Somit konnte am 1. April 1995 das neue Vereinsjahr mit der Vereinsgründung begonnen werden. Hierzu waren alle Bürger aus Jesenwang und Pfaffenhofen ins Gasthaus Walch eingeladen . Anschließend wurde von den 41 anwesenden Mitgliedern die Gründung des Burschenverein Jesenwang e.V. beschlossen. Die amtierende Vorstandschaft, sowie die Beisitzer/Ausschuss und Zeugwart wurden im Amt bestätigt. Die Satzung verfasste damals dankenswerter Weise Herr Franz Hutter, sie wurde vorgelesen und besprochen. Als Vereinszweck wurde die Unterstützung der Dorfgemeinschaft, die Erhaltung ländlichen Brauchtums sowie die Förderung der Kameradschaft in der Satzung verankert. Ein weiteres Ziel war und ist es, die Jugendlichen des Ortes einander näher zu bringen und Eigenengagement und Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zu vermitteln. Zum Gründungsauftakt spendete der Verein 1.000,-- DM an die Bayerische Krebsgesellschaft.

Im Sommer 1995 lockte erstmals ein Gartenfest das ganze Dorf in den Pfarrgarten um zu feiern. In späteren Jahren wurde das Fest in den Garten beim „Kloßbaur“ verlegt. Ein paar Jahre darauf wurde es wieder eingestellt. Unsere jährliche Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen findet seit 2009 am letzten Samstag im April statt. Hierzu sind alle Mitglieder, und die die es noch werden wollen, recht herzlich eingeladen.
Da unsere Burschengarage wegen vieler neuen Gerätschaften zu klein geworden war, suchten wir gemeinsam mit der Gemeinde nach einer nachhaltigen neuen Lösung. Die Umsetzung gelang indem eine neue Doppelgarage mit Satteldach aufgestellt wurde.

Ein fester Bestandteil der Vereinsarbeit wurde in den vergangenen Jahren die Flursäuberung im Frühjahr eines jeden Jahres, das Ferienprogramm für Kinder und Schüler im Sommer sowie das Mitwirken am Jesenwanger Christkindlmarkt. Auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal bei allen Helfern/innen für die geleistete Arbeit zum Wohle des Vereins bedanken.
Wir können auf aktive, unterhaltsame und ereignisreiche Vereinsjahre zurückblicken und freuen uns auf die Zukunft.

Gründungsmitglieder:

Rainer Schmid, Johannes Schlemmer, Johann Drexler, Michael Hörhager, Jürgen Fraunhofer, Erwin Fraunhofer jun., Klaus Ernst, Wolfgang Peischl, Konrad Hildebrand, Otto Wörle, Robert Hartmann, Josef Eibl, Hans Wieser, Thomas Wörl, Thomas Burkhardt, Achim Großmann, Erwin Drexler, Helmut Putzlocher jun., Leonhard Schmid, Jakob Vogt, Jürgen Vogt, Thomas Streicher, Martin Winkler, Thomas Müller, Peter Kraus, Richard Müller, Heribert Wörl, Florian Kuhlmann, Michael Kuhlmann, Rainer Winkler, Wolfgang Oberbacher, Martin Kolbe, Helmut Stumper, Christian Oberbacher, Manfred Steber, Werner Uhle, Alfred Krepold, Stefan Klaus, Werner Winkler, Markus Braumiller, Max Walch.

Taferl des Burschenvereins Jesenwang

 

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